Jonas Heincke

„Es ist ganz, ganz wichtig, für unsere Kinder – unsere Zukunft – etwas zu tun. Wir müssen für den Nachwuchs eintreten, uns für ihn engagieren,“ man sieht Jonas Heincke an, dass er hier nicht als Jugendwart der TSG Nordholz spricht, sondern dass er als Vater hinter dieser Ansicht steht. „Es ist doch furchtbar, dass Kinderspielplätze eingezäunt sind – damit meine ich die Einzäunungen, die nur deshalb geschaffen wurden, damit die Kleinen lediglich zu bestimmten Zeiten spielen können. Auf dem Bolzplatz sind sie zu laut – den Rasen dürfen sie nicht betreten, fast überall gibt es Beschränkungen“, der in unserem Gespräch stets besonnen wirkende Jugendwart kommt richtig aus sich heraus. „Da, wo Kinder sind, müssen wir etwas für sie tun – der Sportverein ist eine gute Basis“.

 

Schon bei seinem ersten zweijährigen Aufenthalt in Nordholz trat der gebürtige Hannoveraner der TSG bei und entschied sich für Leichtathletik bei Ursula Schmidt. Eine frühere Verletzung am Fuß, machte es Jonas unmöglich, auch im Fußball aktiv zu werden. Wie bei manchen Bundeswehr-Soldaten üblich, standen einige Ortswechsel an, bis sich Jonas,  seine Frau und die zwei Kinder  1999 entschieden, in Nordholz zu bauen.

 

Da Sohn Patrick, damals 8 Jahre alt, Fußball spielen wollte, trat gleich die ganze Familie der TSG Nordholz bei. Anfangs hatte Papa Jonas seinen Filius nur zum Fußball begleitet, doch Ernst Wohlgemuth, seinerzeit Fußball-Jugendwart, trat mit seiner Frage, ob Jonas die Fußball-Jugend trainieren würde, sozusagen „offene Türen“ ein. Heincke zur Seite stand Jens Wermann, der aufgrund der Verletzung von Jonas die Laufarbeit auf dem Platz übernahm. „Anfangs hatten wir gar keinen Erfolg und ich meinte scherzend, in der Bundesliga hätten sie uns schon ausgetauscht“. „Auf keinen Fall“, hielt der damalige Vorsitzende Helge Rothenberg dagegen. Er war ja froh, dass er die beiden Trainer hatte. Natürlich änderte sich die Situation bald, man war jetzt stolz auf die Fußballer und  Jonas avancierte erst zum Stellvertreter Wohlgemuths, um dann Nachfolger als Fußball Jugendwart zu werden. „Aber der größte Erfolg war sicher, dass wir bis 2010 immer die gleiche Mannschaft trainierten, um sie dann in die Herrenmannschaft zu entlassen. Wir harmonierten so gut zusammen, dass es noch heute feste Treffen mit uns Trainern und den damaligen Spielern gibt“. Nach 13 Jahren als Fußballtrainer und Fußball-Jugendwart, gab Heincke an Timo Ripp ab. Die aktive Arbeit unter der Woche war für ihn nicht mehr machbar, da er seit 2013 in Bonn stationiert ist. „Ich habe es ein Jahr probiert, aber ich konnte den Aufgaben einfach nicht gerecht werden“.

 

Vor 12 Jahren begann Jonas als Busfahrer die Kinder in die Jugendfreizeit zu kutschieren und arbeitete auch gleich als Betreuer mit. Jetzt ist er seit zirka vier Jahren offizieller Jugendwart des Vereins und nach Rothenberg übernahm Heincke die komplette Planung und Leitung der Jugendfreizeit. Das lässt sich auch von Bonn oder an den Wochenenden organisieren. Weiter liegt das 10-Euro-Camp in seiner Verantwortung, er bedauert sehr, dass dieses Angebot seit zwei Jahren nicht mehr nachgefragt wird.

 

„Es ist schon leicht beängstigend, was man alles bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedenken muss“, Jonas meinte, man müsse wirklich aufpassen, nicht „zwischen die Fronten zu geraten“. So ist es zum Beispiel nicht selbstverständlich, dass ein Kind fotografiert werden darf . Die sexuelle Selbstbestimmung des Kindes ist zu beachten und ins Schwimmbad dürfen Kinder nur mit Erlaubnis der Eltern. „Es ist ziemlich stressig, mit Kindern zu verreisen“, Jonas lächelt zwar, doch man kann es sich bildlich vorstellen, was bei oft 80 Kindern/Jugendlichen so abgeht. Da der Jugendwart bemüht ist, immer acht Kindern einem Betreuer zuzuordnen – natürlich männliche für die Jungs und weibliche für die Mädchen - und da die Betreuer/innen alle entsprechende Qualifikationen für die Jugendarbeit benötigen, ist es immer schwerer, genügend Freiwillige zu finden. In seinen Ansprüchen an seine Mitarbeiter/innen ist Jonas auch bedingungslos, denn er will sicher sein, dass alles Notwendige beachtet wurde und die Fahrten ins Heinoland „nach menschlichem Ermessen“ weiterhin ohne Pannen ablaufen. Darum ist auch der Kennenlernabend  mit Eltern und Kindern vier Wochen vor der „Freizeit“ so wichtig. Außerdem werden dann die Personalbögen verteilt, aus denen zu ersehen ist, wer im Notfall zu erreichen ist. Welche Allergien das Kind hat, welche Medikamente es benötigt, welche Angebote mitgemacht werden dürfen und welche nicht.

 

Entsprechend der verschiedenen Bedürfnisse, kümmert sich immer ein Erwachsener um die Einhaltung der Anweisungen. „Besonders beruhigend ist es, wenn ich unter den Betreuerinnen eine Krankenschwester habe, der ich dann die Verteilung der Medikamente übertragen kann“, die Oberaufsicht bleibt aber beim Jugendwart. Er selber kümmert sich besonders um den Nachwuchs,  der anfangs ein bisschen ängstlich ist, ein bisschen „anders als andere“. Jonas will, dass alle Kinder wenigstens während der Tage im Heinoland oder wo immer sie einige Zeit zusammen verbringen, unbeschwert Kinder sein können.

 

Abschließend hat Heincke noch einen besonderen Wunsch an alle, die diesen Artikel lesen oder anderweitig von der Bitte erfahren: „Ich wäre dankbar für Hinweise auf Kinder, die gerne mitfahren möchten, deren finanzielle Situation es aber nicht erlaubt. Wir haben Möglichkeiten, diesen Kindern durch Sponsoren eine Mitfahrt zu ermöglichen.“                                                                 Elfie